Freitag, 11. März 2011

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When the wind doesn't sing

When I show you what you cannot see

Vogel von gestern

Der Vogel von gestern liegt noch auf dem Balkon
und du auf dem Rücken neben ihm.
Wo er gegen die Scheibe geflogen ist kann man einen Riss im Eis sehen.
Und es wird warm und wieder kalt
und gefriert und wird wieder flüssig
und treibt einen Keil in das Glas,
bis der Riss die Scheibe in Hemispähren teilt.
Am Äquator beginnt Moos zu wachsen,
den Schnitt zu versiegeln
und wenn man mit dem Finger darüber fährt
laufen feine Tröpfen zum Südpol
und hinterlassen kalkige Spuren.
Der Vogel von gestern liegt noch auf dem Balkon
und ich habe dich neben ihm angebunden.
Bald werde ich dich losbinden,
aber zuerst musst du mir versprechen,
dass du nicht mehr auf das Eis gehst.

Ring

Sonne fällt durch das Fenster in der hinteren Ecke des Raumes und ihre Strahlen streichen irgendeinen Gegenstand der sie reflektiert und einen glühenden Ring auf die Dielen wirft und auf die drei Menschen, die auf ihnen liegen, mit verschränkten und verknoteten Armen und Beinen, die Köpfe in Achselhöhlen vergraben und auf Bäuche gelegt.
Und keiner von ihnen kann den Ring sehen, sie blicken alle zur Zimmerdecke an der andere Reflektionen schwingen und auf Staubkörner, die durch die Luft tanzen und auf die Hand, die der Arm hoch in die Luft hält und die sich um das eigene Gelenk dreht.
Aber sie alle spüren die Wärme, die der Zirkel auf ihre Gesichte zeichnet, die durch ihre Kleidung dringt und durch Füße und Handgelenkte.
Er hält sie gefangen in der Perfektion seiner Form und der formlosen Sicherheit.
In einem Versprechen von Schönheit und Unvergesslichkeit.
Und die drei wissen, dass sie nicht aufstehen können, weil sie sonst sterben müssten und verknoten sich noch mehr und vergraben sich noch tiefer in ihre Körper und öffnen jede Pore und lassen flüssiges Gold durch ihre Adern fliessen bis zu einem Staubkorn verschmelzen und in das Licht aufgesaugt werden.